Willie Nelson

21.06.2010

München

Circus Krone

WILLIE NELSON zählt zu den berühmtesten Vertretern der „Outlaw Bewegung“ und ist einer der erfolgreichsten Künstler des Country-Genres im Allgemeinen. Er ist das Symbol für den rastlosen, unangepassten Country-Musiker. Bereits mit zehn Jahren gab der Mann mit dem längsten Haupthaar der Branche sein erstes Konzert. Heute ist WILLIE NELSON 76 Jahre alt und absolviert noch immer Auftritte auf der ganzen Welt. Dazwischen liegen 4 Jahrzehnte andauernder Musikkarriere, Nummer-Eins-Hits, die bis heute „Evergreens“ geblieben sind, zahlreiche Grammy Auszeichnungen und sogar ein eigenes WILLIE NELSON Museum. In seinem Buch „100 Fragen an…“ möchte der Journalist Moritz von Uslar von WILLIE NELSON wissen, was er denn fühle, wenn er den Applaus höre. Dieser gibt ihm die folgende Antwort: „Er hält mich auf den Beinen. Er stützt mich.“

WILLIE NELSON wurde 1933 in dem kleinen Städtchen Abbot, Texas geboren. Bereits in seiner Jugend verfolgte er mit Ehrgeiz seinen musikalischen Traum. Er spielte in lokalen Spielunken und hatte einen Job als Country DJ beim örtlichen Radio Sender, wo er später sogar seine eigene Show bekam. 1959 schaffte er es, die Rechte an seinem Song „Night Life“ zu veräußern. Dieser Song wurde bis heute von rund 70 Künstlern interpretiert und verkaufte sich dreißig Millionen Mal. 1960 zog er nach Nashville in die damalige Hauptstadt des Country und war dort in den folgenden zehn Jahren als Liederschreiber tätig. Zwei Jahre später hatte er mit Patsy Cline und dem Song „Crazy“, sowie dem Lied „Hello Walls“, von Faron Young gesungen, die ersten Nummer-Eins-Hits.

Als er Waylon Jennings kennen lernte verband die beiden sofort eine große Freundschaft. Im Jahr 1978 nahmen sie zusammen das Album “Waylon & Willie” auf, auf dem der Smash-Hit “Mammas Don’t Let Your Babies Grow Up to Be Cowboys” zu finden ist. Später gesellten sich im Jahr 1985 noch Johnny Cash und Kris Kristofferson dazu. Das war die Geburtsstunde der legendären „The Highwayman“, einer der berühmtesten „Bad-Boy Group“ des Country. Sie veröffentlichten insgesamt drei Alben und gingen bis 1995 mehrfach erfolgreich auf Welttournee.

Während seiner Zeit in Nashville schaffte es WILLIE NELSON sich als Songwriter zu etablieren. Trotz seines Erfolges war er aber mit der Situation unzufrieden. Er konnte sich nicht mit dem damaligen all zu sehr kommerziellen Nashville Sound anfreunden und beschloss 1970, als sein Haus abrannte, der Stadt den Rücken zu kehren.

Zurück in Texas begann WILLIE NELSON, sein eigenes Material selbst zu singen. Sein kompromissloser und eigenwilliger Sound machte ihn dabei zum Mittelpunkt der „Outlaw Bewegung“. Diese setzte sich in den 70er Jahren bewusst von dem glatt geschliffenen Nashville Sound ab und revolutionierte dadurch die Country Welt nachhaltig. Das heutige Genre des „Alternative Country“ mit ihren berühmtesten Vertretern Ryan Adams, den „Bright Eyes“ oder „Galexico“ würde es wohl ohne diesen Bruch mit dem damaligen Establishment heute so nicht geben.

Der Erfolg gab WLLIE NELSON Recht, selbst Nashville war nach anfänglicher Verärgerung von der neuen Bewegung begeistert. Mit seinem Hit „Red Headed Stranger“ eroberte er 1975 die amerikanischen Single Charts. Das 1976 erschienene Album „Wanted! The Outlwas“, auf dem neben NELSON auch Waylon Jennings, Jessi Colter und Tompall Glaser zu hören sind, verkaufte sich als erstes Country-Album überhaupt mehr als eine Million Mal. 1979 wurde in Nashville sogar ein eigenes Museum für WILLIE NELSON eröffnet.

Besonders beeindruckend ist dabei die Bandbreite, die WILLIE NELSON bei seinem musikalischen Schaffen an den Tag legt. Die 2008 erschienene Country-Jazz Kooperation „Two Men with Blues“ mit Wynton Marsalis oder sein 2009 veröffentlichtes Werk „American Classic“, auf dem der Altmeister mit swingendem Barjazz und einem Duett mit Norah Jones verzaubert, sind nur ein Auszug seiner Vielfältigkeit, untermauern aber deutlich seine musikalisches Genialität.

Möchte man den Einfluss von WILLIE NELSON auf das Singer/Songwriter-Genre in einem Satz beschreiben, könnte man es folgendermaßen ausdrücken: WILLIE NELSON schafft es mit seinen Songs in drei Minuten das zu erzählen, wofür andere ganze Karrieren brauchen. Präsentiert vom Rolling Stone Magazin wird WILLIE NELSON im Juni 2010 das deutsche Publikum mit einem Repertoire aus 4 Jahrzehnten andauernder Musikkarriere erneut in seinen Bann ziehen.