UMBERTO TOZZI

12/07/14

Rosenheim

Sommerfest

1968 begann er als Gitarrist in der Turiner Rockgruppe ‚Off Sound‘, deren Mitglieder damals, genau wie Tozzi, 16 Jahre alt waren. Anschliessend ging er mit Adriano Pappalardo, dessen Gruppe insgesamt 13 Musiker umfasste, auf eine landesweite Tournee.

1974, mit 22 Jahren, begann Umberto Tozzi, Songs für Andere zu schreiben. In diesem Jahr entstand, zusammen mit Damiano Dattoli, Un corpo un’anima, das von Wess und Dori Ghezzi bei Canzonissima gesungen wurde und dort auf Anhieb gewann.

Nach diesem Erfolg als Songwriter begann die nächste Phase, in der er seine eigenen Lieder auch selbst zu singen begann.

Der grosse Durchbruch kam für Tozzi Ende der 1970er Jahre mit einem Hit-Hattrick: 1977 landete er mit Ti amo einen internationalen Bestseller, 1978 folgte Tu und 1979 erschien das erfolgreiche Gloria. Bei der Produktion des Albums Gloria beschritt Tozzi erstmals einen für die damalige Zeit ungewöhnlichen Weg. Das Album entstand im Union-Studio München mit ausschliesslich nichtitalienischen Musikern. Die wohl bekanntesten unter ihnen waren der Gitarrist Lee Ritenour und der Jazzpianist Greg Mathieson, welcher auch für sämtliche Arrangements verantwortlich war. Alle drei oben genannten Titel wurden und werden immer wieder international gecovert, wobei die Gloria-Version von Laura Branigan wohl die bekannteste sein dürfte, da sie damit sogar einen Nummer-Zwei-Hit in den US-Charts landen konnte. In jüngerer Vergangenheit eroberte Umberto Tozzi mit Hilfe von im Duett mit französischen Sängerinnen eingespielten Versionen seiner Erfolge aus den späten 1970er Jahren den französischen Markt (zurück). Mehrfach wurden Songs aus seiner Feder in Kino-Soundtracks mitverwendet, z. B. in Flashdance, Man spricht deutsh und Asterix und Kleopatra.
Umberto Tozzis Repertoire reicht von gefühlvollen Balladen bis zu beatigen Rocksongs. Geprägt von der Musik der Beatles und Rolling Stones, versuchte er immer wieder die Opernsprache Italienisch wie die Pop- und Rocksprache Englisch klingen zu lassen. Dabei war Tozzi und Bigazzi nach eigenem Bekunden der Klang wichtiger als der tiefere Sinn des Gesagten.

Insgesamt hat Umberto Tozzi von jeher im eigenen Land einen schweren Stand bei den meisten Kritikern, unter anderem vermutlich deshalb, weil er sich, im Gegensatz zu den anderen Cantautori, nie über seine Kunst politisch eindeutig links einordnen liess. Sie achten ihn zwar wegen seines internationalen Erfolgs, tun sich aber schwer mit seinen Texten und interpretieren seine von Schüchternheit herrührende Zurückhaltung bei öffentlichen Auftritten als Gefühlskälte. Im Ausland treten diese Elemente in den Hintergrund, weshalb Tozzis Ohrwürmer von Publikum und Kritikern gleichermassen geschätzt werden. Im Laufe seiner Karriere verkaufte Tozzi über 32 Millionen Platten.